Best Camera Ever! Teil 3

Welche Gehäusetypen gibt es eigentlich bei den Kameras? Was sind deren Vorteile, wo liegen die Nachteile? Das versuche ich mal in den folgenden Zeilen etwas zusammen zu fassen.

Die Kamera, die man wohl am ehesten in der Hand hält, dürfte wohl die eingebaute Kamera des Handys sein. Da man das eigene Mobiltelefon ja auch fast immer dabei hat – oder zumindest in Reichweite – lässt sich bei jeder Gelegenheit ein Bild knipsen. Dabei ist die Qualität der Bilder vor allem bei gutem Licht schon recht gut. Sobald jedoch die Lichtverhältnisse schlechter werden, können die Bilder verrauscht erscheinen, da der winzige Sensor im Handy die empfangenen Lichtsignale elektronisch verstärken muss. Leider hat man kaum eine Möglichkeit, in die Belichtungsvariablen einzugreifen. Auch einen optischen Zoom sucht man in Handykameras vergebens. Zwar können viele Handykameras ein Bild digital heranzoomen, doch qualitativ ist die Option nicht brauchbar.

Bei der nächsten Klasse, den Kompaktkameras, ist ein optischer Zoom eingebaut. Damit hat man mit Weitwinkel- bis zum Telebereich alles dabei, wobei mit einem Dreifachzoom natürlich nur ein leichtes Tele „mit an Bord“ ist. Doch es gibt auch Kompaktkameras, die mit einem 16fach-Zoom aufwarten. Bei solchen Objektiven muss man sich jedoch im Klaren sein, dass solche Optiken meist lichtschwach sind (also bei Situationen mit wenig Licht entweder wird eine längere Belichtungszeiten benötigt und/oder der ISO-Wert muss hochgeschraubt werden)  und zudemFehler wie Verzerrung aufweisen. Im Gegenzug besitzen solche Kameras mit Motivprogrammen bereits gewisse Möglichkeiten, auf die Belichtung Einfluss zu nehmen. Trotzdem ist diese Kameraklasse immer noch klein genug, um in einer Jacken- oder gar Hosentasche Platz zu finden. Die Chance steht also gut, dass so eine Kamera mitgenommen wird. Besonders erwähnenswert sind die sogenannten „Edelkompakten“, die sich mit stabileren Gehäusen, hochwertiger Optik und auswändigeren Software als Zweitkamera an ambitionierte Hobbyfotografen wenden.
Zwischen Kompaktkameras und Spiegelreflexkamera ist die Kategorie „Bridgekamera“ angesiedelt. Auch hier ist ein Zoomobjektiv fest eingebaut, das vom Weitwinkel- bis in den Telebereich alles abdeckt. Zum Teil erreichen die Objektive einen 32-fach Zoom, so dass es sogar notwendig wird, im Telebereich mit Stativ zu arbeiten. Da in Bridgekameras meist auch grössere Sensoren verbaut sind, leiden solche Objektive nicht so ganz extrem an Lichtschwäche wie bei den Kompaktkameras. Aber auch hier lassen sich die optischen Gesetze nicht einfach überlisten. Die Objektive weisen Fehler auf, die zum Teil von der kamerainternen Software heraus gerechnet werden müssen – was aber der Bildqualität nicht unbedingt zugute kommen muss. Dennoch sind solche Kameras vom Gewicht und Grösse den Spiegelreflexkameras überlegen, sind flexibel wie ihre grossen Schwestern einsetzbar und haben häufig neben den Motivprogrammen auch die Möglichkeit, auf die Blenden- oder Zeitautomatik zurück zu greifen.

Eine neue Gehäuseklasse bilden die sogenannten Systemkameras, die eine Gehäusegrösse wie eine Kompaktkamera (vielleicht auch etwas grösser) haben, jedoch wie die Spiegelreflexkameras Wechselobjektive benötigen. Hier wird bereits ein wesentlich grösserer Sensor verwendet, was natürlich der Bildqualität bei schlechteren Lichtverhältnissen von Vorteil ist. Zudem kann mit dem Öffnen der Blende das Hauptmotiv vom Hintergrund besser hervorgehoben werden (Thema Schärfentiefe!). Diese Kameras haben wie die Spiegelreflexkameras eine hohe Flexibilität. Meist fehlt ihnen jedoch ein optischer Sucher, der häufig mit einem hochauflösendem Bildschirm ersetzt, und manchmal mit einem elektronischem Sucher ergänzt wird. Ansonsten haben diese Kameras die gleiche Funktionalität wie die DSLR, sind aber wesentlich kompakter und leichter. Doch in eine Jackentasche passen diese – wie übrgens auch die Bridgekameras – nicht mehr.

Die Spiegelreflexkameras bilden die Königsklasse der Kameras. Diese haben einen Sensor bis zur Grösse eines Dias – sog. Vollformatsensoren -, sind ausbaubar mit verschiedenem Zubehör wie Batteriegriff, Kabelauslöser, GPS-Empfänger usw., und können mit einer riesigen Auswahl an Objektiven ausgestattet werden. Ausserdem haben die meisten von ihnen einen optischen Sucher, der häufig immer noch einem elektronsichem Sucher vorgezogen wird. Die Spiegelreflexkameras sind momentan die flexibelsten Kameras die man haben kann, doch können diese je nach Model und verwendetem Objektiv ein paar Kilo schwer werden. Ausserdem erreicht man je nach verwendeter Optik  damit Bilder von hervorragender Qualität. Doch dafür muss man z. T. sehr tief in das Portemonnaie greifen.

Doch was ist nun die beste Kameraklasse? Das ist eine Frage, die sich jeder selber beantworten muss. Denn auch wenn die Auswahl an Digitalkameras immens ist, kann nicht pauschal gesagt werden, welche die Beste ist. Ambitionierte Fotografen werden sicherlich eine Kamera wählen, wo sie selber in die Belichtung eingreifen können. Andere wollen einfach Familie, Freunde, Urlaub usw. unkompliziert fotografieren ohne sich fragen zu müssen, welche Zeit/Blenden-Kombination verwendet werden muss. Und noch andere finden die häutigen Handykameras gut genug, weil sie schlussendlich die Fotos sowieso nur auf Facebook hochladen..

Will man verallgemeinern, so kann man zumindest die Aussage machen, dass die gewünschter Bildqualität und Flexiblität die Kamera proportional ist. Doch wie bei den Autos gilt, dass nicht immer die grossen Luxuskarossen oder teuersten Sportwagen die Besten sind. In der Stadt mit hohem Verkehrsaufkommen und seltenen Parkplätzen ist der kleine günstige Kompaktwagen unschlagbar.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s