Adobe wechselt in die Cloud

Vorgestern, also Montag 6. Mai 2013, präsentierte Adobe die neue Version der Creative Suite – die jetzt neu Creative Cloud heissen wird. Zu Kaufen gibt es die Programme nicht mehr, denn Adobe wird Photoshop, Illustrator, InDesign usw. nur noch als Abonnement anbieten. Das bedeutet, dass man per Internet die Programme auf den Rechner geladen werden und diese spätestens nach 30 Tage bei Adobe „nachfragen“, ob der registrierte Benutzer die Abo-Gebühren bezahlt hat. Wenn das Okay von Adobe bestätigt wird, darf der Benutzer das Programm verwenden, ansonsten wird das Programm gesperrt. Ausgenommen bleiben wohl Acrobat und Lightroom, die es wohl weiterhin als normale Programme mit konventionellen Lizenzen geben wird.

Bislang war es immer noch so, dass ich mir ein Programm oder eine ganze Programmreihe bei Adobe kaufen konnte. Solange ich nicht gegen die Lizenz verstiess, blieb die Anwendung auch nutzbar auf meinem Rechner. So ist es auch nicht verwunderlich, dass es heute eine ganze Reihe von Kunden gibt, die beispielsweise immer noch Photoshop CS3 verwenden.

Adobe scheint damit wohl auf das leidige Thema der Raubkopierer zu zielen. Doch mit der Umstellung stösst das amerikanische Unternehmen nicht nur auf Verständnis. So wird häufig kritisiert, dass jeder Anwender von Adobe-Produkten gezwungen wird, eine Verbindung zum Internet zu haben. Doch das muss nicht immer der Fall sein. So gibt es nicht wenige Fotografen, die wochenlang irgendwo in der Welt unterwegs sind, wo es eben kein Internet weit und breit gibt. Zudem gibt es Agenturen, die aus Sicherheitsgründen den Zugang zum Internet sperren müssen.

Auch zur Preisgestaltung gibt es genügend Kritiken. Denn für ein einziges Programm fallen gerne mal EUR 25.- mindestens an. Auf ein Jahr gerechnet würde man also für Photoshop – sofern man bereits die Version CS6 besitzt – 300 Taler bezahlen, was beinahe soviel ist, wie ein Update von der Version CS5 auf CS6. Und da nicht jeder Fotograf und jede Agentur jeden Versionsupdate mitmacht, kann das durchaus ein teurer Spass werden.

Doch es gibt auch die Stimmen, die dem neuen System durchaus auch positives abgewinnen können. Besonders geschätzt wird, dass immer die neuste Version zur Verfügung steht. Und – wenn ich das richtig verstanden habe – darf pro Abonnement die Programme auf fünf verschieden Rechner  – auch mit unterschiedlichen Betriebssystemen – geladen werden.

Bei allen Diskussionen über das neue Abo-Modell von Adobe fällt jedoch die eher ablehnende Haltung gegenüber Adobe auf. Ich persönlich sehe es eher so:  wenn ich weiterhin Photoshop, Bridge, Acrobat, Illustrator und InDesign verwenden möchte, müsste ich für alles im ersten Jahr knapp 37 und ein Jahr später 62 Euronen pro Monat zahlen. Das macht also nach zwei Jahren knapp 1200 Euro. Und das ist meines Erachtens ein Haufen Asche. da überlege ich mir das mit Abo dann doch noch mal.

Wie sich andere entscheiden, kann ich heute nicht abschätzen. Ich fürchte jedoch, dass sich Adobe nicht mehr von ihrem neuen Geschäftsmodell abbringen lassen werden. Und das wird wohl damit zusammen hängen, dass es genügend Leute geben wird, die mangels Alternativen wohl bei Adobe bleiben werden – egal ob sie jubelnd noch heute sich für das neue Abo registrieren oder lauthals der Welt kund tun, dass sie nie an der Creative Cloud teilnehmen werden.

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2 Gedanken zu “Adobe wechselt in die Cloud

  1. Manfred Wesemann sagt:

    Bezüglich des Arguments der Raubkopien wäre es doch kein Problem, ein Lizenzdongel (wie beim Musikprogramm ‚Cubase‘) einzuführen. Bei einem Programm von 1.300 € wäre der finanzielle Aufwand auf Herstellerseite gering. Ich nutze das Musikprogramm Cubase schon seit Jahren mit USB-Lizenzdongel ohne Probleme! Ein Abo kommt für mich aus Prinzip und Kostengründen jedenfalls nicht in Betracht.

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