Es tut sich was an der Fotofront

Der Frühling naht. Und wie jedes Jahr bereitet sich die Fotoindustrie darauf vor. Während des Winters sieht man selten jemanden mit seiner Fotoausrüstung draussen rumlaufen. Mich inklusive. Okay, ausser es ist schön Wetter und ich hatte eine interessante Idee 🙂

Die letzten Wochen und Monate waren begleitet durch echt interessante Neuveröffentlichungen von Kameras. Ja, Nikon brachte eine überarbeitete Version der D4. Auch wenn die äusseren Werte gleich geblieben sind, im Inneren gab es schon ein paar nette Änderungen. Aber wer schon eine D4 hat, muss nicht zwingend das neue Modell haben. Und sie ist – so meine bescheidene Meinung – die strategische Antwort Nikons auf das Spitzenmodell des Konkurrenten Canon.

Mit interessanten Neuveröffentlichungen meinte ich eigentlich auch nicht die Neuvorstellung der Nikon D4S. Was ich mit grossem Interesse verfolge, ist die Entwicklung im Bereich der Spiegellosen. Olympus hat – wenn ich mich nicht sehr täusche – den Anfang mit der OM – D E-M1. Ich hatte das Teil in der Hand und konnte mich davon überzeugen, dass Haptik, Bedienung, EVF (Electronic ViewFinder), Autofokus (!) und Bildergebnis wirklich toll ist. Besonders angetan war ich durch den unglaublich schnellen Autofokus, den ich sogar durch Antippen des Displays auslösen kann. Und auch die Doppelbelegung der Bedienelemente und das damit verbundene einfache Hin- und Herwechseln durch Umlegen eines Schalters finde ich sehr clever. Dass der Sensor praktisch halb so gross ist wie der Vollformatsensor einer D4, merkt man auch erst, wenn man sehr genau hinsieht. Denn der entscheidende Vorteil ist, dass man mit der Olympus eine Kamera in der Hand hat, die einen hervorragender Kompromiss zwischen Bildqualität und Grösse/Gewicht hat.

Sony blieb auch nicht untätig und veröffentlichte die A7 und A7R. Der Clou ist, dass die Japaner in die Kamera einen Vollformatsensor einbauen. Da stand mir gleich der Sabber bis zu den Ohren. Doch irgendwann schaltete sich mein Gehirn wieder ein. So geil die Idee und die Kameramasse sind, so ernüchternd ist die Erkenntnis, dass ich für das Vollformat auch entsprechende Linsen brauche. Und da liegt das Problem: Erstens sind Linsen für Vollformat aus physikalischen Gründen gross (und werden auch gerne schnell schwer), zweitens ist das Portfolio an Vollformatlinsen bei Sony ziemlich mager.

Da erscheint mir die Nikon Df wesentlich interessanter, denn auch diese Neuerscheinung hat einen Vollformatsensor – der übrigens identisch ist mit dem der D4. Aber auch hier kann das Gewicht schnell zunehmen, je nachdem, was ich mir als Linse vor die Kamera setze.

Letztendlich hat auch Fuji eine neue Kamera vorgestellt: Die X-T1. Wie alle Cams der X-Serie besitzt sie einen APS-C Sensor und ist von den Massen sehr ähnlich der Olympus OM-D M-1. Dafür ist die Bedienung mit Schalträdern gewohnt „klassisch“ ausgelegt. Richtig toll ist der EVF, der wirklich gross ist. Bestechend finde ich die Möglichkeit, mit einem simulierten Schnittbildindikator die Fokus manuell einstellen zu können.

Ich muss zugeben, dass sowohl die Olympus OM-D M1 als auch die Fuji X-T1 bei mir den „Haben-wollen“-Reflex ausgelöst haben. Das wird nicht gerade gemildert durch die Tatsache, dass auch Fotoprofis immer häufiger auf den Zug der Spiegellosen aufspringen, zumal auch preislich der Aufwand nicht so gewaltig ist, wie bei den Vollformatkameras.

Es stellt sich jedoch irgendwie die Frage, was wird dann mit der Vollformatausrüstung? Ich werde sie ganz einfach behalten und damit weiter fotografieren :-). Denn ausser dem Gewicht gibt es nichts, was ich an der Ausrüstung zu bemängeln habe. Und der erzielt Bildlook bei Offenblende ist schon geil – solange ich im kürzeren Brennweitenbereich bleibe. 🙂 Und spätestens dann, wenn ich etwas fotografieren möchte, dass sich etwas flotter bewegt, oder das Licht schummrig wird, genau dann lob ich mich mir die Spiegelreflex. Denn in solchen Situationen ist sie sowas von Chef!

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